Presse

03.08.2006

Kreis Goslar

Hauptsache Familienfreundlich
Seit die Familienfreundlichkeit einer Kommune und ihrer Umgebung als Standortfaktor akzeptiert wird, macht dieses Thema Karriere......
Oberbürgermeister- und Landratskandidaten äußerten sich auf Einladung des Lokalen Bündnisses für Familien

Von Sabine Kempfer

Seit die Familienfreundlichkeit einer Kommune und ihrer Umgebung als Standortfaktor akzeptiert wird, macht dieses Thema Karriere. In Goslar nutzte die Initiative "Lokales Bündnis für Familie" die Gelegenheit, den Kandidaten für die Oberbürgermeister- und die Landratswahl familienpolitisch auf den Zahn zu fühlen.

Es mussten noch zusätzliche Stühle in den Gemeindesaal am Frankenberg getragen werden, wo Birgit Maria Schmotz vom Lokalen Bündnis (eines von 326 in Deutschland) die Kandidaten und Gäste begrüßte. Nur einer fehlte - Armin Kalbe, an diesem Abend selber in Sachen Familie unterwegs: Der Oberbürgermeisterkandidat der CDU weilte auf dem 30. Geburtstag seiner Tochter.

Versierte Moderation

In Kerstin Jungmann von der m3team AG aus Nörten-Hardenberg hatten die Veranstalter eine souveräne Moderatorin gefunden, die sich nach ersten Pro-Familien-Statements ("Kinder und Familie sind ein wesentliches Element, das unser Leben lebenswert macht", Dr. Jürgen Lauterbach, Landratskandidat der FDP) die Kandidaten erst einmal selber vorknöpfte. Einige Aussagen wiederholten sich und fanden breiten Konsens. Dazu gehörte zweifelsohne die Feststellung, dass Familie bei einem Elternteil mit Kind anfängt, dass für die Akzeptanz von Familien in der Gesellschaft noch mächtig geworben werden muss (Schaffung einer kinderfreundlichen Atmosphäre), dass noch viel für eine Kinderbetreuung am Arbeitsplatz als auch in den Kindergärten deutlich mehr Flexibilität hinsichtlich der Zeiten wünschenswert wäre.

Freies Kindergartenjahr

Hinsichtlich des SPD-Vorstoßes, das dritte Kindergartenjahr auf Kosten der Kommunen von den Gebühren zu befreien, gingen die Meinungen auseinander. Der Goslarer SPD-Oberbürgermeisterkandidat Henning Binnewies begründete die Forderung mit dem Hinweis darauf, wie wichtig es sei, vor dem Grundschuleintritt Schwellen abzubauen, eine gemeinsame Basis zu finden, soziale Verhaltensweisen einzuüben. 

Dass die Stadt Goslar mit dem Modell Vorreiter in ganz Niedersachsen wäre, stelle SPD-Landratskandidat Stephan Manke heraus: "Alle sagen, das ist die richtige Maßnahme, aber keiner will es bezahlen". Bei den Kosten lag das Hauptargument der Kritiker. Gegenvorschläge waren, generell mehr in die Betreuung der Kinder zu investieren (Martin Fürst, OB-Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen), nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verfahren (Henning Wehrmann, OB-Kandidat der Bürgerliste), sondern die knappen Mittel lieber auf die zu beschänken, die sich den Kindergartenplatz nicht leisten können (CDU-Landratskandidat Dr. Hubertus Köhler). Ursula Belker (von der FDP unterstütze OB-Kandidatin) forderte, deutlich eher mit der Entlastung der Familien zu beginnen.

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